Bitcoin stieg am Donnerstag zeitweise über die Marke von 73.000 US-Dollar und weckte bei vielen Investoren die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr des Bullenmarkts. Allerdings ist die Analyse des On-Chain-Datenanbieters CryptoQuant der Meinung, dass dieser Anstieg lediglich eine „tiefe Korrektur“ ist und kein neuer Aufschwung im Bullenmarkt.
Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, erklärte in einem Bericht am Donnerstag: „Obwohl der Preis kürzlich gestiegen ist, befindet sich Bitcoin tatsächlich noch immer in einem Bärenmarkt. Fundamentale und technische Indikatoren deuten darauf hin, dass der Markt weiterhin vom Bärenmarkt geprägt ist. Daher ist diese Kursentwicklung eher als eine kurzfristige Erholung innerhalb eines Bärenmarkts zu interpretieren.“
Zur Analyse der treibenden Kräfte hinter diesem Anstieg führt Moreno an, dass die Hauptursache eine deutliche Verbesserung bei der Nachfrage nach Spot-Bitcoin ist. Daten zeigen, dass die Marktnachfrage Anfang 2026 zeitweise auf „negative 136.000 Bitcoin“ gefallen war, sich aber inzwischen auf etwa „negative 25.000 Bitcoin“ reduziert hat. Das bedeutet, dass seit Anfang Februar der Verkaufsdruck auf dem Markt erheblich nachgelassen hat, was eine Stabilisierung und eine mögliche Stärkung der Marktteilnehmer begünstigt.
Gleichzeitig erholt sich auch die Kaufkraft amerikanischer Investoren. Der „Coinbase Bitcoin-Preisdifferenz-Index“, der die Kaufstärke institutioneller und privater Käufer in den USA misst, ist von den Tiefstwerten im Februar auf das stärkste Niveau seit Oktober letzten Jahres gestiegen, mit einem positiven Preisdifferenzwert. Zudem hat sich die Verkaufsbereitschaft von Tradern und Langzeit-Haltern verringert, was diese Erholung zusätzlich stützt. Moreno weist darauf hin, dass die „nicht realisierten Verluste“ (Floating Loss) bei Bitcoin-Tradern kürzlich den höchsten Stand seit Juli 2022 erreichten. Historisch gesehen neigen Trader bei zunehmenden Verlusten dazu, weniger zu verkaufen, was die Verkaufsdynamik verringert. Auch die Geschwindigkeit der Long-Halter hat sich deutlich verlangsamt: Das Verkaufsvolumen in den letzten 30 Tagen sank von einem Höchststand von 904.000 Bitcoin am 26. November 2022 auf etwa 276.000 Bitcoin, was den niedrigsten Wert seit Juni 2025 darstellt. Obwohl diese Faktoren die jüngste Erholung stützen, betont Moreno, dass die Gesamtmarktstruktur noch keine fundamentale Wende erfahren hat. Der exklusive „Bitcoin Bull Score Index“ von CryptoQuant liegt derzeit bei nur 10 von 100 Punkten, was darauf hindeutet, dass die entscheidenden Indikatoren für eine Bullenmarkt-Wiederaufnahme noch nicht vollständig erreicht sind. Für die Zukunft warnt Moreno, dass bei anhaltender Aufwärtsbewegung von Bitcoin die nächsten entscheidenden Widerstandszonen bei 79.000 US-Dollar und 90.000 US-Dollar liegen könnten. Der erste Widerstand bei 79.000 US-Dollar befindet sich genau am unteren Rand des „On-Chain Realized Price“-Bereichs, der in Bärenmärkten oft eine starke Barriere darstellt. Der zweite Widerstand bei 90.000 US-Dollar entspricht einem breiteren Realized-Price-Bereich, in dem Bitcoin im Januar von 80.000 US-Dollar auf 98.000 US-Dollar stieg und dort auf Widerstand stieß.