
Die Forschungsdaten der Mizuho Financial Group zeigen, dass das bereinigte Handelsvolumen von USDC im Jahr 2026 bisher etwa 2,2 Billionen US-Dollar erreicht hat, während USDT bei 1,3 Billionen US-Dollar liegt. Damit hat USDC erstmals seit 2019 in diesem entscheidenden Indikator USDT überholt. Gleichzeitig zeigen die auf nationaler Ebene erhobenen Besitzdaten, dass die USDC-Besitzquoten in Kolumbien, Südafrika, Deutschland, Brasilien und den USA USDT bereits übersteigen.

(Quelle: DeFiLlama)
Die Mizuho definiert „bereinigtes Handelsvolumen“ als Transaktionen, die zentrale Börsen, dezentrale Börsen und andere identifizierte Akteure betreffen – also tatsächliche Wertübertragungen und keine automatisierten oder wiederholten Aktivitäten. Dieser Indikator, der die tatsächliche Nachfrage besser widerspiegelt, hat die historische Dominanz von USDT im Zeitraum 2019 bis 2025 vollständig umgekrempelt:
In diesem Zeitraum dominierte USDT das bereinigte Handelsvolumen, während USDC durchschnittlich nur etwa 30 % ausmachte. Seit 2026 ist dieses Verhältnis umgekehrt: USDC macht 64 % aus, USDT 36 %.
Die Analysten der Mizuho, Dan Dolev und Alexander Jenkins, weisen in ihrem Bericht darauf hin, dass bei der Prognose des langfristigen Gewinners unter den Stablecoins das bereinigte Handelsvolumen wichtiger sein könnte als die Marktkapitalisierung – was ihre Entscheidung stützt, das Kursziel von Circle-Aktien von 100 auf 120 US-Dollar anzuheben. Grund dafür ist die zunehmende Einflussnahme von USDC in Prognosemärkten und bei KI-gestützten Geschäftsmodellen sowie in aufstrebenden Anwendungsfällen.

(Quelle: Leon)
Der BVNK-„2026 Stablecoin Practicality Report“ fasst Umfragedaten von YouGov zusammen, die in 15 Ländern mit 4.658 Befragten erhoben wurden, und zeigt die geographische Spaltung des globalen Stablecoin-Marktes:
Länder, in denen USDT führend sind (häufig verbunden mit instabilen Währungen oder frühem Kryptowährung-Boom):
Länder, in denen USDC den Markt bereits überholt hat (häufig mit fortgeschrittener Regulierung verbunden):
Leon Waidmann, Leiter der Lisk-Research-Abteilung, hebt hervor: „Dieses Muster zeigt tiefere Trends auf: USDC holt auf. In Kolumbien, Südafrika, den USA, Deutschland und Brasilien wächst die Akzeptanz regulierter Stablecoins.“
Hinter den Zahlen stehen zwei grundverschiedene Strategien von USDT (Tether) und USDC (Circle). Circle besitzt die regulatorische Zulassung für den europäischen Kryptomarkt (MiCA) und erfüllt den Rahmen des US-Gesetzes „Genius Act“ – was ihm in den strengeren regulatorischen Umfeldern des Westens einen natürlichen Vorteil verschafft.
Tether hingegen verzichtet auf die Einhaltung von MiCA und konzentriert sein Wachstum auf Asien und andere nicht-westliche Märkte. Diese Strategie ermöglicht es Tether, in Ländern wie Nigeria (USDT 59 %), Indien und Südostasien stark zu bleiben. Die dortige Nutzung wird vor allem durch den Wunsch angetrieben, die Abwertung der lokalen Währungen abzuwehren, weniger durch regulatorische Vorgaben.
Derzeit lässt sich das so nicht sagen. USDT hat eine Marktkapitalisierung von etwa 184 Milliarden US-Dollar, doppelt so viel wie USDC mit rund 81 Milliarden US-Dollar. Auch in wachstumsstarken Märkten wie Nigeria, Südostasien und Asien ist die Akzeptanz von USDT deutlich höher. Eine treffendere Beschreibung lautet: Der Stablecoin-Markt spaltet sich nach geographischen und Nutzungsszenarien. USDC dominiert im regulierten Westen und beim Handelsvolumen, USDT bleibt in aufstrebenden Märkten und bei der Gesamtbesitzmenge führend.
Das spiegelt vor allem die Präferenzen institutioneller und regulierter Nutzer wider. USDC ist vollständig konform mit den US-Regulierungen, wird stark von Plattformen wie Coinbase gefördert und findet breite Anwendung in DeFi- und TradFi-Integrationen. USDT ist zwar bei Privatanlegern und in aufstrebenden Märkten beliebter, aber die institutionelle Nutzung in den USA ist vergleichsweise gering.
Dubaier Analysten weisen darauf hin, dass ein Teil der Nachfrage auf Kapitalflucht zurückzuführen ist, die durch den Rückgang des DFM-Immobilienindex um etwa 31 % vom Hoch recent ausgelöst wurde. Investoren wenden sich USDC als digitale Alternative zum US-Dollar zu. Ob dieser Trend anhält, hängt von der Erholung des Immobilienmarktes in Dubai und der geopolitischen Lage ab. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass die langfristige Tendenz, den digitalen US-Dollar als Ersatz für traditionelle US-Dollar-Konten zu nutzen, bestehen bleibt.