Die Federal Reserve (Fed) Vorsitzende Powell äußerte sich nach der Zinsentscheidungssitzung. Die Fed kündigte an, den Zielbereich für den Federal Funds Rate bei 3,5 % bis 3,75 % zu belassen. Powell erklärte, dass die Fed die Wirtschaftsdaten und externen Risiken weiterhin beobachten werde, um die Inflation auf das Ziel zurückzuführen und den Arbeitsmarkt stabil zu halten. Die zukünftige Geldpolitik der Fed werde hochflexibel sein. Die Entwicklung im Nahost-Konflikt sei noch unklar hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die US-Wirtschaft, die Fed werde die Risiken weiterhin im Blick behalten.
FED: Neutraler Zinssatz innerhalb eines angemessenen Rahmens, Federal Funds Rate unverändert
Die Fed hat beschlossen, den Zielbereich für den Federal Funds Rate bei 3,5 % bis 3,75 % zu belassen. Powell wies darauf hin, dass die aktuellen Zinsen nach einer Senkung um 0,75 Prozentpunkte im Zeitraum von September bis Dezember letzten Jahres bereits im Bereich des „neutralen Zinssatzes“ liegen, was die Inflation auf den Zielpfad von 2 % zurückgeführt hat.
Die Fed erwartet eine stabile wirtschaftliche Expansion
Laut den neuesten Wirtschaftsindikatoren zeigt die US-Wirtschaft eine stabile Expansion, wobei Konsumausgaben und Unternehmensinvestitionen resilient bleiben und die Hauptantriebe für das Wirtschaftswachstum darstellen. Der Immobilienmarkt bleibt jedoch unter den aktuellen Zinsbedingungen schwach, was auf unterschiedliche Sensitivitäten der Branchen gegenüber der Geldpolitik hinweist. Gemäß dem Economic Projections Summary (SEP) haben die Mitglieder der Fed ihre Wachstumsprognosen nach oben korrigiert und erwarten für dieses Jahr ein reales BIP-Wachstum von 2,4 %, für das nächste Jahr 2,3 %, beide höher als die vorherigen Prognosen im Dezember.
Arbeitsmarkt zeigt Anzeichen von Abschwächung
Der Arbeitsmarkt ist derzeit stabil, aber das Wachstum ist schwach. Die Arbeitslosenquote im Februar blieb bei 4,4 %, und es wird erwartet, dass sie bis zum Jahresende auf diesem Niveau verbleibt. Das Beschäftigungswachstum hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt, hauptsächlich aufgrund von geringeren Einwanderungen und einem Rückgang der Erwerbsbeteiligung, was das Angebot an Arbeitskräften einschränkt. Powell betonte, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich nachgelassen hat, was sich in den Daten zu offenen Stellen, Rekrutierungsaktivitäten und nominalen Lohnsteigerungen widerspiegelt.
Kurzfristige Auswirkungen der Nahost-Unruhen auf die Inflation
Obwohl der Inflationsdruck von den Höchstständen im Jahr 2022 zurückgegangen ist, liegt er weiterhin über dem langfristigen Ziel von 2 %. Bis Februar stieg der jährliche Verbraucherpreisindex (PCE) um 2,8 %, der Kern-PCE um 3,0 %. Kürzliche Inflationsdaten spiegeln die Auswirkungen von Zollerhöhungen auf die Preise wider. Zudem haben die Unruhen im Nahen Osten die Ölpreise steigen lassen, was kurzfristig die Gesamtinflation anheizen könnte. Die langfristigen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft sind jedoch unsicher. Die Fed prognostiziert für dieses Jahr eine PCE-Inflation von 2,7 %, für das nächste Jahr könnte sie auf 2,2 % sinken. Die Prognosen wurden leicht nach oben revidiert, was auf anhaltende Herausforderungen bei der Inflationsbekämpfung hinweist.
Fed-Vorsitzender Powell betont hohe Flexibilität der zukünftigen Geldpolitik
Powell betonte, dass die zukünftige Geldpolitik kein vorbestimmter Pfad sei, sondern ein hochflexibler Entscheidungsprozess. Der angemessene Zinssatz zum Ende dieses Jahres wird auf etwa 3,4 % geschätzt, zum Ende des nächsten Jahres auf 3,1 %, was mit den Bewertungen Ende letzten Jahres übereinstimmt. Die Fed werde bei jeder Sitzung die neuesten Wirtschaftsdaten, Prognosen und Risikobewertungen berücksichtigen, um die Zinsen schrittweise anzupassen. Das Hauptziel bleibe die Erreichung von Vollbeschäftigung und Preisstabilität. Angesichts externer Unsicherheiten wie der Nahost-Situation werde die Fed die Risiken für die US-Wirtschaft genau beobachten.