
In der ersten Monatshälfte März schnitt Bitcoin während der Eskalation des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran deutlich besser ab als Gold und Aktien, was zunächst Spekulationen über eine groß angelegte Kapitalrotation auslöste; jedoch kehrte sich diese Dynamik in der letzten Märzwoche um, als Trump eine 48-Stunden-Frist an den Iran stellte und eine landesweite Panik auslöste. Die Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien kehrte rasch ins Positive zurück, beide Märkte begannen gleichzeitig zu fallen, und der Fear & Greed Index für Kryptowährungen kehrte in den Bereich „extreme Angst“ zurück.
(Quelle: Trading View)
Anfang März zeigte Bitcoin eine Gegenbewegung nach oben, während die traditionellen Märkte unter Druck standen, was die Erzählung vom „Kriegszeit-Hedging“ als alternatives Asset befeuerte. Analysten begannen, eine strukturelle Kapitalverschiebung von Aktien und Gold in Kryptowährungen zu diskutieren. Während dieser Phase sank die Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien zeitweise auf negative Werte, was auf eine kurzfristige Entkoppelung hindeutete.
Doch dieses Muster brach Ende des Monats schnell zusammen. Die erneute Eskalation geopolitischer Risiken führte zu einer allgemeinen Flucht in sichere Anlagen, wodurch Bitcoin seine Unabhängigkeit verlor und mit den globalen Risikoanlagen synchron unter Druck geriet. Die On-Chain-Datenplattform Alphractal wies darauf hin, dass dieses gleichlaufende Verhalten ein seltenes Signal sei, das meist auf bevorstehende größere Marktdrucke hindeutet. Investoren werden daher zur Vorsicht geraten.
Anhaltende geopolitische Panik: Trumps letzte Frist von 48 Stunden brachte die Krise um den Hormuzstraße in die höchste Risikostufe. Die globalen Märkte schalteten auf „Verkaufen und abwarten“ um, was sowohl traditionelle als auch Krypto-Assets unter Druck setzte.
Vollständiges Verschwinden der Zinssenkungserwartungen: Die anhaltend hohe Inflation und steigende Ölpreise schränkten die Zinssenkungsfenster der wichtigsten Zentralbanken erheblich ein. Der Markt sieht derzeit die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch die Federal Reserve als äußerst gering an, was die Sensitivität der Zins-abhängigen Vermögenswerte schwächt.
Niedrige Stimmung bei Privatanlegern: Die neueste Umfrage des American Association of Individual Investors (AAII) zeigt, dass 52,0 % der Privatanleger pessimistisch hinsichtlich der Marktaussichten in den nächsten sechs Monaten sind – das höchste Niveau seit Mai 2025. Der Fear & Greed Index für Kryptowährungen bleibt seit über 34 Tagen im Bereich „extreme Angst“.
Tony Severino warnt anhand historischer Daten: Wenn die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 von -0,5 stark ansteigt und ins Positive kehrt, ist dies meist ein Vorbote für einen bevorstehenden Börsencrash. Bitcoin tendiert dann oft zu erheblichen Kursverlusten. Aktuell ist die Korrelation wieder positiv, was darauf hindeutet, dass sich die beiden Anlageklassen in den kommenden Wochen weiterhin synchron entwickeln könnten.
Severino weist besonders darauf hin, dass in der aktuellen extrem negativen Stimmungslage jeder kurzfristige Aufwärtsschub nur ein „Dead Cat Bounce“ sein könnte: „In der Regel folgt auf eine Erholung eine weitere Verschärfung des Abwärtstrends.“ Diese Einschätzung veranlasst Analysten und Investoren, ihre Annahmen über die Rolle von Bitcoin als „Kriegszeit-Hedge“ neu zu bewerten. Das neueste kurzfristige technische Szenario von BeInCrypto deutet darauf hin, dass ein Kursrückgang unter 68.000 USD weiteres Abwärtspotenzial bis in den Bereich um 65.000 USD eröffnen könnte.
Warum hat sich die Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien im März umgekehrt?
Anfang März führte die Eskalation geopolitischer Konflikte dazu, dass Bitcoin kurzfristig eine relative Unabhängigkeit zeigte, die Korrelation sank zeitweise ins Negative. Ende März löste Trumps letzte Frist an den Iran eine landesweite Panik aus, die Zinssenkungserwartungen schwanden, und die Stimmung bei Privatanlegern wurde pessimistischer. Diese Faktoren führten dazu, dass Bitcoin und Aktien wieder gemeinsam fielen, die Korrelation kehrte ins Positive zurück.
Was bedeutet Severinos historische Warnung vor der Korrelation?
Severino zeigt anhand historischer Daten, dass ein plötzlicher Anstieg der Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 von -0,5 auf positive Werte meist ein Vorbote für einen deutlichen Börsenrutsch ist. In der Vergangenheit ist Bitcoin dann oft zeitgleich gefallen. Es handelt sich um eine Wahrscheinlichkeitsaussage, keine garantierte Vorhersage.
Hat Bitcoin in der aktuellen Situation noch die Eigenschaften eines sicheren Hafens?
Die aktuelle Marktlage stellt die Erzählung vom „Kriegs-Hedge“ für Bitcoin in Frage. Ende März fiel Bitcoin zusammen mit Aktien, was zeigt, dass in einer von Panik dominierten Marktphase Kryptowährungen kaum von den klassischen Risikoanlagen abgekoppelt werden. Analysten sind sich einig, dass die Absicherungseigenschaften von Bitcoin eher im makroökonomischen Langfrist sichtbar sind. Kurzfristig ist die Funktion als Schutz vor Liquiditätskrisen deutlich eingeschränkt.