Gold hat gerade einen heftigen Schlag erlitten. Das gelbe Metall fiel heute unter 4.300 USD pro Unze und setzte eine große Korrektur fort, die einen Großteil der Gewinne im Jahr 2026 ausgelöscht hat. Silber folgte und fiel im Tagesverlauf um weitere 5 %. Für die meisten Privatanleger schreien die Schlagzeilen „Verkaufen“.
Kevin C. Smith, ein Finanzanalyst mit langjähriger Erfahrung in der Untersuchung von Rohstoffzyklen, sieht das anders. In einem ausführlichen Thread argumentierte er, dass die jüngste Korrektur bei Goldminenaktien eine Kaufgelegenheit sei. Und er macht eine mutige Empfehlung: S&P 500 Indexfonds verkaufen und Goldminen kaufen.
Smith veröffentlichte ein Diagramm von Crescat Capital, das zeigt, was während des Jom-Kippur-Kriegs 1973 und des anschließenden arabischen Öl-Embargos geschah. Die Parallelen zu heute seien kaum zu übersehen.
Als der Krieg im Oktober 1973 begann, stiegen die Ölpreise bis Anfang 1974 um 287 %. Der S&P 500 wurde zerschlagen, fiel im nächsten Jahr um 43,6 % vom Hoch zum Tief. Goldminenaktien hingegen schossen in die Höhe. Im gleichen Zeitraum stieg der XAU-Goldminenindex um 165,8 %, während der S&P 500 um 31 % sank. Ein Jahr nach Kriegsbeginn waren Goldaktien immer noch um 87 % im Plus, während der S&P 500 auf seinen Tiefstständen lag.
Quelle: X/@crescatkevin
Smiths Argument ist einfach: Inflationsschocks, insbesondere durch Öl, können scharfe Divergenzen zwischen traditionellen Aktien und harten Vermögenswerten auslösen. 1973 trieb die Angst vor Inflation das Geld aus überbewerteten US-Großkapitalaktien in Gold und Goldminen.
Smith verweist auf jüngste Ereignisse. Seit dem 28. Februar, als Israel und die USA eine Reihe von Raketenangriffen gegen Iran starteten, sind die Futures für WTI-Rohöl im Frontmonat um 46,7 % gestiegen. Das ist ein rapider Schock für die Energiekosten, ähnlich wie in den 1970er Jahren.
Und doch bemerkt er eine CNBC-Überschrift vom Donnerstag: „Gold- und Silberverkauf beschleunigt sich, während Inflationsängste die globalen Märkte erfassen.“ Für Smith klingt das wie ein Widerspruch. Normalerweise sollten neue Inflationsängste (besonders durch einen Öl-Schock) bullish für Gold und Minen sein. Stattdessen verkaufen beide.
Seine Interpretation: Der Abverkauf ist eine Abwägung, kein Umkehrsignal. Und da US-Großkapitalaktien noch immer zu hohen Bewertungen gehandelt werden, ist die Bühne bereitet, dass Kapital aus Aktien in Minenaktien fließt – genau wie in den 1970er Jahren.
Smiths Ansicht ist nicht subtil. Er glaubt, dass die jüngste Korrektur bei Goldminenaktien eine rechtzeitige Kaufgelegenheit darstellt. Er empfiehlt, S&P 500 Indexfonds zu verkaufen und das Kapital in Goldminen zu investieren; eine direkte Wette auf die Divergenz, die er kommen sieht.
Seine These basiert auf zwei Säulen. Erstens: Ein ölgetriebener Inflationsschock, der Unternehmensgewinne und Bewertungen im breiten Aktienmarkt unter Druck setzt. Zweitens: Das historische Beispiel, dass Goldminen in solchen Umgebungen dramatisch besser abschneiden.
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