
Die Prognosemarktplattform Kalshi führt neue Maßnahmen zum Schutz der Integrität des Handels ein, indem sie politischen Kandidaten untersagt, auf Märkte im Zusammenhang mit ihrer eigenen Wahlkampftätigkeit zu wetten, sowie bekannten Teilnehmern an Universitäts- oder Profisportarten, in relevante Märkte zu investieren. Gleichzeitig haben der demokratische Senator Adam Schiff und der republikanische Senator John Curtis am selben Tag ein parteiübergreifendes Gesetzesentwurf vorgelegt, der ähnliche „Sportwetten- oder Casino-ähnliche“ Ereigniskontrakte auf von der CFTC registrierten Plattformen verbieten soll.
Die Verbote der beiden Plattformen unterscheiden sich in Umfang und Formulierung, verfolgen jedoch dasselbe Kernziel – die Trennung zwischen Nutzern mit Insiderinformationen und den Märkten zu gewährleisten.
Kalshi’s präventive Sperre: Politische Kandidaten dürfen keine Wetten auf Märkte im Zusammenhang mit ihrer eigenen Wahlkampftätigkeit platzieren; bekannte direkte Teilnehmer an Sportveranstaltungen (Sportler, Mitarbeiter, Schiedsrichter) dürfen in den entsprechenden Verträgen nicht handeln.
Polymarket’s umfassendere Einschränkungen: Sperrt jegliche Nutzer, die gestohlene vertrauliche Informationen, illegale Insider-Infos oder Informationen besitzen, die das Marktergebnis beeinflussen könnten.
Zeitlicher Ablauf: Polymarket kündigte das Verbot zuerst an, Kalshi folgte einige Stunden später. Die beiden Plattformen haben keine öffentlich kommunizierten Details zur Abstimmung.
Kalshi erklärte, dass die entsprechenden Verbote „seit mehreren Monaten in Planung sind“ und als Reaktion auf die regulatorischen Hinweise und Gesetzesdebatten des Kongresses zu Insider-Handel und Marktmanipulation in Prognosemärkten entwickelt wurden.
Der unmittelbare Hintergrund für diese kollektiven Maßnahmen sind zwei kürzlich öffentlich gewordene, verdächtige Wetten. Berichten zufolge haben einige Polymarket-Nutzer vor den Angriffen auf Iran durch die USA und Israel rechtzeitig Wetten platziert sowie vor der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Truppen präzise Positionen eingenommen, was nach den Ereignissen zu erheblichen Gewinnen führte.
Der frühere Cointelegraph-Analyst Ben Yorke sagte gegenüber der „Guardian“, dass die Wetten auf den Iran-Angriff „zeigen, dass jemand über Insider-Informationen verfügte“ – die entsprechenden Wetten wurden zu Marktpreisen ausgeführt und mit mehreren Konten platziert, was deutlich auf eine Tarnung der Identität hindeutet.
Schiff erklärte: „Sportwetten-ähnliche Verträge sind im Kern Sportwetten, nur unter anderem Namen. Diese Verträge sind in allen fünfzig Bundesstaaten verfügbar, was klar gegen Landes- und Bundesgesetze verstößt.“ Curtis ergänzte, das Gesetz solle „die regulatorische Zuständigkeit klären und sicherstellen, dass die Bundesstaaten weiterhin die Kontrolle über Sportwetten und Casinospiele behalten.“
Kalshi-CEO Tarek Mansour konterte auf X (ehemals Twitter) scharf und bezeichnete das Gesetz als „die harte Arbeit der Casino-Lobbygruppe“ und fügte hinzu: „Dieses Gesetz dient nicht dem Schutz der Verbraucher, sondern dem Schutz der Monopolunternehmen.“
Derzeit sind Kalshi, Polymarket, Coinbase und andere Prognosemärkte in mehreren Bundesstaaten mit Rechtsstreitigkeiten konfrontiert, denen vorgeworfen wird, dass Sportwetten-Verträge Glücksspiele seien, die nur mit Genehmigung der Bundesstaaten angeboten werden dürfen. Die einhellige Position der Plattformen ist, dass diese Verträge unter die bundesweite Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen und nicht unter die Gesetzgebung der Bundesstaaten.
Was genau verbieten Kalshi und Polymarket im Rahmen ihrer Insider-Handelsverbote?
Kalshi untersagt politischen Kandidaten, auf Märkte im Zusammenhang mit ihrer eigenen Kampagne zu wetten, sowie bekannten direkten Teilnehmern an Sportveranstaltungen, in entsprechende Verträge zu investieren. Polymarket’s Verbot ist umfassender und schließt alle Nutzer aus, die gestohlene Insider-Informationen, illegale Insider-Infos oder Informationen besitzen, die das Marktergebnis beeinflussen könnten.
Wie wirkt sich das „Gesetz gegen Prognosemärkte als Glücksspiel“ auf Kalshi aus?
Wenn das Gesetz verabschiedet wird, dürfen Kalshi und andere bei der CFTC registrierte Plattformen keine „Sportwetten- oder Casino-ähnliche“ Ereigniskontrakte mehr anbieten. Kalshi-CEO hat sich öffentlich gegen das Gesetz ausgesprochen und argumentiert, dass es von den Interessen der Casinobranche motiviert sei, um Monopole zu schützen, und dass die Plattform weiterhin die Zuständigkeit der CFTC für solche Verträge betont.
Was ist das Kernproblem bei der Regulierung von Prognosemärkten im Vergleich zu traditionellen Sportwetten?
Der zentrale Streitpunkt ist die Zuständigkeit. Plattformen wie Kalshi argumentieren, dass ihre Verträge von der CFTC auf Bundesebene reguliert werden sollten, da sie keine Glücksspiele im klassischen Sinne sind, die eine Genehmigung der Bundesstaaten erfordern. Gegner und unterstützende Gesetzgeber sind der Ansicht, dass Sportwetten-Verträge in Funktion und Risiko mit traditionellen Sportwetten vergleichbar sind und daher den Landesgesetzen unterliegen sollten.