Bitcoin zeigt eine langsame Erholung, da Verluste bei STH bestehen bleiben, die Hebelwirkung abnimmt und die ETF-Nachfrage nachlässt, ohne Panikverkäufe.
Bitcoin-Short-Term-Halter stehen weiterhin unter Druck, da On-Chain-Daten zeigen, dass ihre Positionen noch tief im Minus sind. Kürzliche Käufer hielten Coins etwa 5 Monate über dem aktuellen Marktwert, ein Zeichen dafür, dass die Erholung noch nicht eingesetzt hat.
Während vergangene Bullenzyklen solche Phasen oft in Kaufzonen verwandelten, wirken die aktuellen Bedingungen gemischter. Geringere Hebelwirkung, schwächere ETF-Nachfrage und stetige Verluste deuten eher auf eine langsame Erholung als auf eine schnelle Trendwende hin.
Kurzfristige Bitcoin-Halter, die oft als reaktionsschnellere Gruppe gelten, stehen weiterhin unter Druck. Ihr realisierter Preis liegt bei etwa 87.000 $, während Bitcoin Spot deutlich darunter bleibt. Diese Differenz bedeutet, dass viele kürzliche Käufer Coins zu einem höheren Durchschnittspreis halten als dem aktuellen Marktpreis.
🔴 Es sind jetzt fünf Monate vergangen, seit STH (Short Term Holders) Verluste verzeichnen.
Mit einem realisierten Preis von etwa 87.000 $ ist noch ein weiter Weg, bevor die Mehrheit der STH wieder profitabel ist.
Der STH-MVRV, der den realisierten Marktwert der STH mit… pic.twitter.com/9G629MCxA9
— Darkfost (@Darkfost_Coc) 24. März 2026
Wie Marktanalyst Darkfost festgestellt hat, bestätigt die On-Chain-Daten den Druck. Das Short-Term-MVRV liegt bei 0,78, was auf einen durchschnittlichen unrealisierte Verlust von etwa 22 % hindeutet. Einfach ausgedrückt: Coins, die kürzlich von Neueinsteigern gehalten werden, sind deutlich unter ihrem Kaufpreis bewertet.
Vergangene Bullenmärkte haben sub-1 MVRV-Werte oft als nützliche Einstiegspunkte betrachtet. Solche Werte können während gesunder Korrekturen auftreten, bevor der Preis seine breitere Aufwärtsbewegung wieder aufnimmt. Doch die Länge des aktuellen Rückgangs warnt zur Vorsicht. Fünf Monate Verluste für Short-Term-Halter sind kein kurzer Zeitraum, was Fragen nach der Marktstärke aufwirft.
Der Derivatemarkt liefert eine klarere Sicht auf die Veränderungen während des Rückgangs. Das offene Interesse an den Börsen ist von fast 45 Milliarden $ auf etwa 21 Milliarden $ gefallen. Dieser Rückgang deutet auf eine große Abwicklung spekulativer Positionen nach dem Anstieg von Bitcoin über 100.000 $ hin.
_Bildquelle: CryptoQuant
Infolgedessen erscheint die Schwäche weniger auf übermäßigen Hebel zurückzuführen als auf frühere Rücksetzer. Das Risiko von Liquidationen hat sich verringert, da überfüllte Futures-Trades bereinigt wurden. Die Erholung könnte heute viel stärker von echter Spot-Nachfrage abhängen als von kurzfristigem Momentum.
Nach Monaten starker Akkumulation verzeichneten Spot-Bitcoin-ETFs während der Korrektur anhaltende Abflüsse. Kürzlich haben sich die Flows stabilisiert, mit moderaten wöchentlichen Zuflüssen von etwa 167 Millionen $.
Dieses Muster deutet auf nachlassende Nachfrage hin, nicht auf eine breite Flucht institutioneller Investoren. Die in ETFs gehaltenen Vermögenswerte sind von Spitzenwerten gefallen, was auf eine geringere Beteiligung großer Investoren hindeutet. Dennoch zeigen die aktuellen Flussdaten keine aggressive Verteilung. Große Akteure ziehen sich eher zurück, als sofort auszusteigen.
Realisierte Verluste sind im Jahr 2025 und bis 2026 gestiegen, bleiben aber deutlich unter den extremen Spitzen während des COVID-Crashs 2020 und des Luna- und FTX-Zusammenbruchs 2022. Verkaufsdruck ist vorhanden, aber er tritt in Wellen auf, anstatt in plötzlicher Panik.
Dieses Verhalten passt gut zu den schwachen Short-Term-Holder-MVRV-Werten. Investoren akzeptieren Verluste, tun dies aber schrittweise. Das ergibt ein Bild kontrollierter Kapitulation statt erzwungenen Verkaufs.
_Bildquelle: NewHedge
Die Rückeroberung des realisierten Preises von 87.000 $ für Short-Term-Halter würde diese Gruppe wieder profitabel machen und die Chance auf eine Trendfortsetzung stärken. Ein Anstieg des MVRV über 1 würde auch eine Rückkehr zu Netto-unrealisierter Gewinnmitnahme markieren.
Stärkere ETF-Zuflüsse könnten das erneute Interesse institutioneller Investoren bestätigen, während ein plötzlicher Anstieg der realisierten Verluste auf eine endgültige Abschüttelung hindeuten könnte.