Beim Reisen nach Hongkong beachten: Wenn Sie bei einer Polizeiuntersuchung den Handy-Code verweigern, droht bis zu einem Jahr Haft und eine Geldstrafe von 100.000 HKD.

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Hong Kong ändert das Sicherheitsgesetz und ermächtigt die Polizei, bei Ermittlungen Passwörter von Mobiltelefonen zu verlangen. Wer sich weigert, dem drohen bis zu 1 Jahr Haft und eine Geldstrafe von 100.000 HKD. Das Komitee für Taiwan-Angelegenheiten warnt vor erhöhten Risiken bei Reisen nach Hongkong und bittet die Bürger, vorsichtig zu sein, um Gesetzesverstöße zu vermeiden.

Wichtige Hinweise bei Einreise nach Hongkong: Neue Bestimmungen im Sicherheitsgesetz erlauben Einsicht in elektronische Geräte

Die hongkonger Regierung kündigte am 23. März die Änderung der Ausführungsbestimmungen zu Artikel 43 des Sicherheitsgesetzes an, fügte zusätzliche Bestimmungen zu elektronischen Geräten hinzu, die ab sofort in Kraft treten. Die neuen Regelungen erlauben der Polizei, bei Verdacht auf Gefährdung der nationalen Sicherheit die entsprechenden Personen aufzufordern, Passwörter für Mobiltelefone oder Computer bereitzustellen. Die Ablehnung ist nicht gestattet, sofern keine Geheimhaltungspflichten oder andere Einschränkungen bestehen.

Wer sich weigert, Passwörter auf Anfrage der Polizei zu entschlüsseln, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 100.000 HKD und bis zu 1 Jahr Haft; falsche Angaben können mit 500.000 HKD und 3 Jahren Haft bestraft werden.

Das Komitee für Taiwan-Angelegenheiten warnt vor erneut erhöhten Risiken bei Reisen nach Hongkong

Laut einem Bericht der „United News Network“ erklärte das Komitee für Taiwan-Angelegenheiten in einer schriftlichen Stellungnahme, dass die neuen Regelungen im Wesentlichen verschärfend wirken, die Freiheiten und Menschenrechte in Hongkong weiter einschränken und das Risiko für Tourismus, Wirtschaft und Austausch in Hongkong erneut steigen lassen, was sich negativ auf das internationale Ansehen Hongkongs auswirkt.

Das Komitee rät den Bürgern, vor einer Reise nach Hongkong sorgfältig abzuwägen. Falls eine Reise notwendig ist, sollten sie vorab die Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen auf der offiziellen Webseite des Komitees für Taiwan-Angelegenheiten lesen und sich im System für die Registrierung von Reisen nach Festlandchina, Hongkong und Macau anmelden, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten.

Das Komitee für Taiwan-Angelegenheiten veröffentlicht Verhaltensmuster im Zusammenhang mit mutmaßlichen Sicherheitsfällen

Um Missverständnisse und unbeabsichtigte Gesetzesverstöße zu vermeiden, listet das Komitee für Taiwan-Angelegenheiten Verhaltensweisen auf, die im Zusammenhang mit mutmaßlichen Sicherheitsfällen in Hongkong stehen, und bietet taiwanischen Reisenden eine Referenz.

Reale Fälle, bei denen das Risiko einer Anklage bestand, umfassen, aber sind nicht beschränkt auf:

  • Anonyme Veröffentlichung von Trauerartikeln zum Tiananmen-Massaker auf Online-Plattformen
  • Rufen von Parolen wie „Gerechtigkeit für Tiananmen“ in der Öffentlichkeit
  • Entgegennahme von Geldern zur Unterstützung von Hongkonger Exilanten im Ausland
  • Verwendung bestimmter Lieder anstelle der chinesischen Nationalhymne in Sportvideos
  • Tragen von Kleidung mit Aufdrucken wie „Revive Hong Kong, Revolution of Our Times“
  • Besitz oder Eingabe von „Yangcun“-Kinderbüchern
  • Öffentliche Trauerbekundungen mit Blumen, Kerzen oder Taschenlampen bei Tiananmen

Bildquelle: Das Komitee für Taiwan-Angelegenheiten listet Verhaltensmuster im Zusammenhang mit mutmaßlichen Sicherheitsfällen in Hongkong (Teilbilder)

Alle diese Verhaltensweisen können zu Anklagen oder Festnahmen führen. Den vollständigen Text der „Verhaltensmuster im Zusammenhang mit mutmaßlichen Sicherheitsfällen in Hongkong“ des Komitees für Taiwan-Angelegenheiten können Sie hier lesen.

Das Sicherheitsgesetz deckt ein breites Spektrum ab und erlaubt die Beschlagnahme von Gegenständen

Das Hongkonger Sicherheitsgesetz wurde nach den Protesten im Jahr 2020 eingeführt und ist nun seit sechs Jahren in Kraft. Laut Daten des Sicherheitsbüros Hongkongs wurden bisher 386 Personen wegen Verstößen gegen die nationale Sicherheit verhaftet, davon wurden 176 Personen und 4 Unternehmen verurteilt.

Der hongkonger Medienmogul Jimmy Lai wurde im Februar dieses Jahres wegen Kollaboration mit ausländischen Mächten und Verbreitung aufrührerischer Materialien zu 20 Jahren Haft verurteilt, was internationale Kritik hervorrief.

Die Behörden Hongkongs betonen, dass Gesetze gegen Terrorismus und Spaltung notwendig sind, um die nationale Sicherheit zu wahren. Kritiker sehen darin jedoch ein Werkzeug zur Unterdrückung abweichender Meinungen.

Wissenschaftler befürchten, dass die neuen Regelungen grundlegende Freiheiten verletzen

Obwohl in vielen Ländern weltweit Strafverfolgungsbehörden bei Ermittlungen Zugriff auf elektronische Geräte haben, umfasst das Hongkonger Sicherheitsgesetz vage Definitionen wie Spaltung des Landes, Umsturz der Regierung und Kollaboration mit externen Mächten. Zudem sind einige Gerichtsverfahren hinter verschlossenen Türen möglich, was bei Experten Besorgnis auslöst.

Der britische Rechtsexperte Urania Chiu, der sich mit Hongkong-Themen beschäftigt, sagte gegenüber Reuters, dass das neue Sicherheitsgesetz die Grundfreiheiten beeinträchtige, einschließlich des Schutzes der Kommunikationsprivatsphäre und des fairen Verfahrens.

Chiu erklärte: „Die weitreichenden Befugnisse, die den Vollzugsbehörden ohne gerichtliche Genehmigung eingeräumt werden, sind im Vergleich zu den angeblichen legitimen Zielen des Gesetzes unverhältnismäßig.“

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