Autor: Fenrir, Krypto-Stadt
Verbot von Betrugsmaschen bei Signal- und Gruppenaktionen: Finanzaufsichtsbehörde plant, mit Hilfe von Untergesetzen des Finanzschutzgesetzes die Überwachung zu verstärken
Mit dem anhaltenden Boom bei Kryptowährungsinvestitionen in Taiwan tauchen immer mehr sogenannte „Krypto-Lehrer“ (KOLs) auf, die auf sozialen Plattformen Gruppen zum Signal- oder Gruppenhandel bilden, um Unterricht, Signal- oder Investitionsberatung anzubieten. Solche „Ein- und Ausführungs“-Aktivitäten beeinflussen die Marktpreise und täuschen Investoren vor, was die Aufsichtsbehörden stark beunruhigt.
Bildquelle: Parlament | KMT-Abgeordnete Li Yanshou fordert klare Regulierung gegen Betrugspraktiken im Krypto-Bereich
KMT-Abgeordnete Li Yanshou kritisierte kürzlich im Finanzkomitee, dass die aktuellen Vorschriften zwar Aktivitäten verbieten, die auf Preismanipulation abzielen, aber der Markt weiterhin von Aktivitäten überschwemmt wird, die tatsächlich Investitionsberatung darstellen. Sie forderte die Finanzaufsichtsbehörde auf, klare Regulierungen einzuführen. Der Vorsitzende der Finanzaufsichtsbehörde, Peng Jinlong, erklärte, dass künftig durch Untergesetze des „Gesetzes zum Schutz der Finanzverbraucher“ Maßnahmen gegen Werbung, Anwerbung und Verkaufsförderung durch KOLs im Finanzdienstleistungssektor ergriffen werden sollen, um einen geordneten virtuellen Vermögenswertmarkt aufzubauen.
Peng Jinlong betonte, dass ähnliche Aktivitäten im traditionellen Finanzmarkt bereits geregelt sind und Influencer, die Finanzprodukte bewerben, bestimmten Beschränkungen unterliegen. Derzeit liegt der Fokus der Regulierung darauf, virtuelle Vermögenswerte sowie Beratungsaktivitäten in den Regulierungsrahmen einzubeziehen, um den Schutz der Investoren bei Informationszugang zu gewährleisten.
Laut Planungen der Finanzaufsichtsbehörde wird in Zukunft auf die Selbstregulierungssysteme der traditionellen Finanzmärkte Bezug genommen, insbesondere bei Kooperationen zwischen Vermögensverwaltungsgesellschaften und Influencern. Es könnte verlangt werden, dass Anbieter virtueller Vermögenswerte (VASP) und KOLs formelle Kooperationsverträge abschließen und diese in ihre internen Kontrollsysteme integrieren. Das bedeutet, dass künftig Lehrer im Krypto-Bereich nur noch innerhalb eines rechtlich konformen Rahmens öffentlich werben oder Signal-Services anbieten dürfen und nicht mehr im regulatorischen Vakuum agieren können.
Bildquelle: Parlament | Peng Jinlong betont, dass im traditionellen Finanzmarkt bereits entsprechende Regelungen bestehen, und Influencer bei Finanzwerbung bestimmten Beschränkungen unterliegen
Wo liegen die Grenzen? Risiken illegaler Anwerbung anhand der Fälle Crypto Hu Shi und BitMart
In jüngster Zeit wurden mehrere Fälle bekannt, die die Grenzen der Regulierung deutlich machen. So wurde der bekannte Krypto-Influencer „Crypto Hu Shi“ und sein Unternehmen Yang Ji Co., Ltd. wegen Nichtregistrierung gemäß der „Verordnung zur Verhinderung von Geldwäsche bei Virtual-Asset-Dienstleistungen“ sowie fehlender Erklärungen zur Einhaltung der Geldwäscheprävention durch die Finanzaufsichtsbehörde verwarnt.
Dieses Bekanntmachung verbot ausdrücklich die Anwerbung im Zusammenhang mit Kryptowährungen und markierte den ersten offiziellen Fall, bei dem ein KOL im Rahmen der virtuellen Vermögensregisterpflicht genannt wurde. Obwohl Crypto Hu Shi später behauptete, die Branchenvereinigung habe keine rechtliche Wirkung, wiesen Rechtsexperten der Finanzaufsichtsbehörde darauf hin, dass Betreiber, die keine Registrierung vornehmen, durch ihre Geschäftsaktivitäten, insbesondere bei Plattformen, bereits rechtliche Grenzen überschreiten. Besonders riskant wird es, wenn diese Aktivitäten als Erweiterung der Börsenaktivitäten angesehen werden.
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Ein weiterer Fall betrifft die ausländische Börse BitMart. Die Finanzaufsichtsbehörde hat die Plattform offiziell als unlizenzierte Anbieterin gekennzeichnet und speziell erwähnt, dass bestimmte KOLs auf der Plattform Threads „Trading-Teams“ rekrutieren, wobei sie spezielle Einladungscodes verwenden. Die Behörde betonte, dass BitMart keine Geldwäschepräventionsregistrierung hat und in Taiwan keine Dienstleistungen oder Werbung anbieten darf.
Die Behörde warnt die Öffentlichkeit, keine unregulierten ausländischen Plattformen zu nutzen und keine Gelder auf entsprechende Konten zu überweisen. Diese Fälle zeigen, dass sowohl Einzelpersonen als auch ausländische Börsen, die illegal in Taiwan werben, mit behördlichen Maßnahmen, Warnungen und sogar strafrechtlichen Ermittlungen rechnen müssen.
Aufdeckung der Fake-Performance-Generatoren: Vorsicht vor falschen Erfolgszahlen und Investitionsfallen
Außerdem nutzen Betrüger bei steigenden Kursen oft die FOMO (Fear of Missing Out)-Mentalität der Investoren, um mit ausgeklügelten Tools falsche Eindrücke zu erzeugen. Im Krypto-Bereich ist die sogenannte „Signal-Screenshot-Generator“-App weit verbreitet: Man gibt die Kryptowährung, Hebel, Einstiegskurs und Namen ein, und erhält auf Knopfdruck eine scheinbar beeindruckende Gewinnübersicht. Diese „Fake-Lehrer“ erstellen häufig Gruppen auf Facebook, Instagram, LINE oder Telegram, in denen sie mit Fake-Accounts und gefälschten Gesprächen eine Atmosphäre schaffen, in der man glaubt, mit den Lehrern viel Geld zu verdienen. Ihre Masche beginnt oft mit kostenlosen Test-Trades, bei denen die Investoren kleine Gewinne erzielen, um Vertrauen aufzubauen. Später werden sie aufgefordert, größere Summen auf gefälschte Wallets oder unbekannte Börsen zu überweisen. Sobald das Geld eingegangen ist, verschwinden die Lehrer und Gruppen über Nacht, und die Investoren verlieren alles.
Neben technischen Fälschungen nutzen diese Gruppen auch sogenannte „Arbitrage-Formeln“ oder „professionelle Schulungen“, um die Zielgruppe anzulocken. Beispielsweise behaupten KOLs auf Threads, dass man mit nur 1.000 USDT Startkapital mehrere Millionen USDT an Handelsvolumen generieren könne, wobei alle Techniken vom Lehrer vermittelt werden und die Teilnehmer nur nachahmen müssten. Solche übertrieben garantierten Gewinnversprechen und die Forderung nach speziellen Einladungscodes für ausländische Plattformen bergen erhebliche Compliance- und Sicherheitsrisiken. Die Finanzaufsichtsbehörde und Polizei warnen wiederholt, dass Krypto-Investitionen nicht blind auf Gruppenempfehlungen basieren sollten. Jeder Lehrer, der private Überweisungen fordert oder auf nicht regulierte Plattformen verweist, ist äußerst riskant. Seriöse Marktteilnehmer sollten ein unabhängiges Risikobewusstsein entwickeln und sich nicht von gefälschten Gewinnbildern blenden lassen.
Regulierung in der Praxis: VASP-Gesetz und Selbstregulierung als Schlüssel
Derzeit befindet sich die Regulierung der Krypto-Influencer in Taiwan in einer entscheidenden Phase. Der Vorschlag der Bürgerpartei sieht vor, wichtige Meinungsführer zu regulieren, verlangt von VASP, im Marketing den Firmennamen und die Lizenzinformationen offenzulegen, sowie irreführende Werbung zu verbieten. Zudem sollen KOLs bestimmte Qualifikationen besitzen.
Bildquelle: Parlament | Der Vorschlag der Bürgerpartei „Gesetz über virtuelle Vermögensdienste“ fordert, dass VASP im Marketing den Firmennamen und die Lizenzinformationen offenlegen und irreführende Werbung verbieten
Allerdings räumen Branchenexperten ein, dass es äußerst schwierig ist, von allen KOLs eine bestimmte Finanzqualifikation zu verlangen. Daher wird derzeit eine Kompromisslösung favorisiert: Ähnlich wie bei der Vermögensverwaltung könnten Unternehmen die Zusammenarbeit mit Influencern regelmäßig prüfen und durch Verträge die Aufsichtspflichten sicherstellen.
Diese Maßnahmen gegen „Krypto-Lehrer“ sind Teil des Gesamtprozesses des Gesetzentwurfs für das „Gesetz über virtuelle Vermögensdienste“. Mit der schrittweisen Umsetzung des VASP-Registrierungssystems wird die Regulierung von Signal- und Werbeaktivitäten eine wichtige Ergänzung der Überwachungsarchitektur darstellen.
Derzeit sind in Taiwan folgende VASP registriert (alphabetisch sortiert):
Der Vorsitzende der Finanzaufsichtsbehörde, Peng Jinlong, erklärte, dass das Gesetz eine Priorität sei und innerhalb von sechs Monaten Richtlinien für die Verwahrung festgelegt werden sollen. Zukünftig sollten Investoren nur noch auf legal registrierte Plattformen setzen und alle unautorisierten Anwerbeversuche meiden, um ihre Rechte zu schützen.