
Ethereum-Client-Entwickler haben in einer Online-Konferenz am 27. März abgestimmt und beschlossen, “Frame Transactions” nicht als prioritäre Funktion für das kommende Hegota-Upgrade aufzulisten. Obwohl Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin die Unterstützung während der Sitzung öffentlich bekundete, lehnten mehrere Client-Entwickler aufgrund der hohen Komplexität ab, sie als Kernfunktion zu priorisieren, und markierten sie stattdessen als “Zur Prüfung”.
(Quelle: Forkcast)
Der Hintergrund dieser Entscheidung ist die abschließende Bestätigung der Prioritätenliste für das Hegota-Upgrade. Im letzten Monat hatten die Entwickler FOCIL (Force-Chain-Choice List) als wichtigste Funktion für Hegota festgelegt, um die Zensurresistenz des Ethereum-Netzwerks zu verbessern. Ursprünglich wurde erwartet, dass Frame Transactions die zweitwichtigste Funktion werden, doch letztlich stimmten die meisten Entwickler dagegen.
Das Design von Frame Transactions zielt auf zwei Hauptbereiche ab: Erstens die Verwendung post-quanten-kryptographischer Strukturen, um Ethereum gegen zukünftige Quantenangriffe zu wappnen; zweitens eine erweiterte Version der Kontenabstraktion (Account Abstraction), die es Blockchain-Anwendungen ermöglicht, traditionelle Anmeldeverfahren wie Benutzernamen und Passwörter zu unterstützen und Transaktionen ohne Gas-Gebühren durchzuführen, was die Einstiegshürde für Nutzer erheblich senkt.
Quantenresistenz: Einsatz post-quanten-kryptographischer Verfahren zum Schutz der Ethereum-Konten vor zukünftigen Quantenangriffen
Native Kontenabstraktion: Unterstützung von passwortbasiertem Login und Transaktionen ohne Gas-Gebühren, nahe an traditionellen Web-Anwendungen
Erweiterung des Privatsphäre-Szenarios: Biconomy-Mitbegründer Ahmed Al-Balaghi betont, dass Frame Transactions im Bereich Privatsphäre großes Potenzial besitzen
Innovationsmotor: Befürworter glauben, dass diese Funktion der Ethereum-Ökosystem zahlreiche neue Anwendungsfälle bringen wird
Die Gegenseite argumentiert vor allem mit der Implementierungs-Komplexität. Daniel Lehrner von Besu sagt: „Wir halten es für zu komplex, und der tatsächliche Nutzen ist fraglich.“ Ben Adams von Nethermind warnt, dass eine erzwungene Priorisierung von Frame Transactions den gesamten Upgrade-Zeitplan verzögern könnte, was im Widerspruch zu Ethereums Ziel steht, das Upgrade zu beschleunigen.
Die Befürworter äußern zudem Bedenken wegen der erneuten Verzögerung bei der Kontenabstraktion. Entwickler Pashalathi Ramanujam sagte in der Sitzung: „Wenn Frame Transactions nicht als Kernfunktion ausgewählt werden, besteht die Gefahr, dass wir die native Kontenabstraktion nie umsetzen.“ Ahmed Al-Balaghi bezeichnete diese Entscheidung als Rückschlag für die Nutzererfahrung von Ethereum.
Daniel Lumi, Senior Product Manager bei Offchain Labs (Arbitrum-Entwickler), schlägt einen Kompromiss vor: Statt sich auf einen einzelnen Vorschlag zu konzentrieren, sollte im Rahmen von Hegota die allgemeine Verbesserung der Kontenabstraktion vorangetrieben werden. Er sagt: „Wir hören täglich von Nutzern und Unternehmen, und das ist die wichtigste Entscheidung für die Nutzererfahrung.“
Ansgar Dietrichs, Leiter der Ethereum Foundation und Moderator der Sitzung, schloss: „Das Thema Kontenabstraktion ist breit anerkannt, und wir erwarten, dass die nächsten Treffen die Lösungsansätze weiter vorantreiben.“
Hegota ist das nächste große Ethereum-Netzwerk-Upgrade nach Pectra, geplant für die zweite Hälfte 2026. Derzeit ist FOCIL (Force-Chain-Choice List) als wichtigste Funktion bestätigt, um die Zensurresistenz zu erhöhen.
„Consider for Inclusion“ ist eine Markierung im Ethereum-Upgrade-Prozess, die anzeigt, dass der Vorschlag in zukünftigen Entwickler-Meetings einer technischen Prüfung unterzogen wird, aber nicht als Kernfunktion priorisiert ist. Ob er letztlich aufgenommen wird, hängt von weiteren Diskussionen ab.
Kontenabstraktion soll es ermöglichen, Ethereum-Anwendungen mit traditionellen Anmeldeverfahren wie Passwörtern zu nutzen und Dritten das Bezahlen von Gas zu erlauben. Das senkt die Einstiegshürde für neue Nutzer erheblich und gilt als Schlüssel zur Verbesserung der Nutzererfahrung.