Der DHS-Zahlungsbefehl von Trump sorgt dafür, dass Beschäftigte bezahlt werden — aber Rechtsexperten sagen, dass das Geld rechtlich nicht vorhanden ist

Cryptonews

Die DHS-Zahlungsanordnung von Präsident Trump hat alle Mitarbeitenden des Department of Homeland Security angewiesen, mit umgeleiteten Bundesmitteln bezahlt zu werden, doch Rechts- und Budgetexperten sagen, die Administration könne gegen ein 150 Jahre altes Gesetz verstoßen, das dem Kongress die alleinige Kontrolle über die Bundesausgaben gibt.
Zusammenfassung

  • Trump unterzeichnete zwei Exekutivdirektiven — eine am 27. März für TSA-Mitarbeitende und ein erweitertes Memo am 4. April für alle DHS-Mitarbeitenden — die eine Bezahlung mit Mitteln aus dem One Big Beautiful Bill Act anordnen und dabei die laufende partielle Staatsschließung umgingen
  • Rechtsexperten warnen, der Schritt könne mit dem Antideficiency Act kollidieren, der der Exekutive verbietet, Geld auszugeben, das der Kongress nicht für einen konkreten Zweck bewilligt hat
  • Die Administration habe keine detaillierte öffentliche Begründung dafür geliefert, wie sie TSA-Vorgänge rechtlich mit den DHS-Grenzdurchsetzungs-Mitteln des Gesetzes verknüpft, was bei Budgetanalysten auf beiden Seiten auf Kritik stößt

Die DHS-Zahlungsanordnung von Präsident Trump, die das Department of Homeland Security anweist, alle seine Mitarbeitenden mit Mitteln zu bezahlen, die von dem One Big Beautiful Bill Act aus dem vergangenen Jahr umgeleitet wurden, hat die Gehaltszahlungen wieder in die Konten der Beschäftigten gebracht, aber eine ernsthafte verfassungsrechtliche Frage eröffnet, die Rechtsexperten zufolge die Administration bislang noch nicht beantwortet hat. Trump hatte zunächst eine Direktive am 27. März unterzeichnet, die TSA-Mitarbeitende umfasste, und sie dann am 4. April auf alle DHS-Mitarbeitenden ausgedehnt, mit der Begründung „eine Notlage, die die Sicherheit der Nation beeinträchtigt“.

Den Kongress beim Ausgeben umgehen

Der Antideficiency Act, ein Bundesgesetz aus dem Jahr 150 Jahren, untersagt der Exekutive, Geld auszugeben, das nicht ausdrücklich vom Kongress für den konkreten Zweck bewilligt wurde, für den es verwendet werden soll. Trumps Anordnung wies den DHS-Minister an, Mittel mit „einer angemessenen und logischen Verbindung zu TSA-Vorgängen“ aus dem One Big Beautiful Bill Act zu verwenden — einem Gesetz, das 10 Milliarden US-Dollar für DHS-Zwecke im Zusammenhang mit der Grenze bereitstellte, ohne eine konkrete Nennung der TSA.

Budgetanalysten machten die Mehrdeutigkeit sofort aus. „Die Administration hat keine echte Klarheit darüber geliefert, was sie öffentlich tun, sodass überhaupt jemand herausfinden könnte, ob das, was sie tun, legal ist oder nicht“, sagte Devin O’Connor, ein Senior Fellow am Center on Budget and Policy Priorities, gegenüber CNBC. „Sie haben dafür in irgendeiner Form öffentlich noch nicht das Argument dargelegt.“

Woher das Geld kommt — und warum das wichtig ist

Regierungsvertreter bestätigten, dass die Zahlungen aus dem DHS-Fonds des One Big Beautiful Bill finanziert werden, der dem Minister Ermessensspielraum gab, Ressourcen einzusetzen, die die Grenzmission des DHS unterstützen. Bobby Kogan vom Center for American Progress schätzte die Kosten der Finanzierung von TSA-Läufen auf ungefähr 140 Millionen US-Dollar pro Woche und deutete an, dass die Administration Zahlungen für nahezu ein Jahr aufrechterhalten könnte, bevor dieser Topf leerläuft. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Gesetzessprache TSA nicht abdeckt, das für Flugsicherheit zuständig ist und nicht für Grenzdurchsetzung, wodurch die rechtliche Verbindung eher wacklig ist.

Senate Majority Leader Thune würdigte die Anordnung als „kurzfristige Lösung“, die „den unmittelbaren Druck sofort abnimmt“, merkte jedoch an, dass sie nichts tue, um die zugrunde liegende Pattsituation zwischen den beiden Kammern zu lösen.

Die verfassungsrechtliche Fehlstelle

Wie crypto.news berichtete, haben Staatsschließungen Konsequenzen, die über die unmittelbar betroffenen Ministerien hinausgehen — einschließlich Verzögerungen bei Veröffentlichungen zu Wirtschaftsdaten, blockierter regulatorischer Tätigkeit und erhöhter Unsicherheit über alle Finanzmärkte hinweg. Die verfassungsrechtliche Frage verläuft hier tiefer als nur ein Streit um die Finanzierung. Artikel I der US-Verfassung verleiht die Macht über die „Purse“ ausschließlich dem Kongress. Trumps Schritt, Arbeitskräfte einseitig zu bezahlen, ohne dass eine aktive Bewilligung vorliegt, spiegelt Handlungen wider, die historisch gesehen rechtliche Anfechtungen unter dem Antideficiency Act nach sich gezogen haben.

Ein zweites, umfassenderes Exekutivmemo am 4. April erweiterte denselben Ansatz auf jede DHS-Mitarbeitende, nicht nur auf TSA — einschließlich beurlaubter Beschäftigter (furloughed workers) und solcher in Behörden, die offensichtlich nicht mit der Grenzfinanzierungsanforderung des One Big Beautiful Bill in Verbindung stehen. Wie crypto.news in seiner Berichterstattung über die frühere Marktbeeinflussung durch die DHS-Staatsschließung anmerkte, führt eine langanhaltende fiskalische Unsicherheit dieser Art tendenziell dazu, das Anlegervertrauen zu belasten und die Weitergabe von Voraussagen der Federal Reserve zu verzögern.

„Das amerikanische Luftverkehrssystem ist an seinem Punkt des Bruchs angelangt“, sagte Trump in seinem ursprünglichen Memo vom 27. März. Ungeklärt bleibt, ob sein gewähltes Mittel innerhalb seiner rechtlichen Befugnisse liegt, um es umzusetzen.

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