
Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) kündigte Änderungen an den Vorschriften für nationale Banken an, die es offiziell nationalen Treuhandbanken erlauben, neben der Erfüllung ihrer Treuhandpflichten auch nicht-treuhänderische Aktivitäten auszuüben. Damit werden frühere Bedenken der Branche hinsichtlich der Einhaltung solcher Aktivitäten ausgeräumt. Für Ripple, Circle und andere, die eine bedingte Genehmigung für eine Lizenz der National Trust Bank erhalten haben, bedeutet diese Regelung einen entscheidenden Zugang zum US-Bankensystem.

(Quelle: OCC)
Die endgültige Regel des OCC bestätigt, dass eine nationale Treuhandbank auch Bankgeschäfte ausüben darf und nicht nur auf Treuhanddienstleistungen beschränkt ist. Zuvor gab es in der Branche Zweifel: Haben Unternehmen, die eine Treuhandlizenz besitzen, das Recht, ein breiteres Spektrum an Bankaktivitäten durchzuführen? Die endgültige Regel des OCC beantwortet diese Frage eindeutig – ja, das dürfen sie.
Ripple: Kann seine verwahrungsbezogenen Krypto-Asset-Dienste erweitern und hat kürzlich durch eine Partnerschaft mit Figment seine Verwahrungsdienste auf Ethereum- und Solana-Staking ausgeweitet
Circle: Emittent des USDC-Stablecoins, kann sein Geschäft im Rahmen der US-Bankenregulierung weiter ausbauen
Paxos: Hat sich im Bereich der Blockchain-Abwicklung spezialisiert, der Zugang zum Bankensystem wird sein institutionelles Dienstleistungsangebot erweitern
Dies ist ein bedeutender politischer Erfolg für die Kryptowährungsbranche, die sich aktiv für die Umsetzung dieser letzten Regelung einsetzt. Solche Integrationen fördern zudem die weitere Verschmelzung von Kryptowährungen mit der traditionellen Finanzwelt (TradFi).
Neben der OCC-Politik arbeitet die Federal Reserve an einem „vereinfachten Masterkonten“-Programm, das, falls es umgesetzt wird, Unternehmen wie Ripple und Circle in begrenztem Umfang an das Zahlungssystem der Fed anbinden kann. Der Gouverneur der Federal Reserve, Chris Waller, hat dieses Programm vorgeschlagen und hofft, die entsprechenden Regelungen im vierten Quartal dieses Jahres bekannt zu geben.
Dieses Vorhaben stößt jedoch auf erheblichen Widerstand. Die Kryptowährungsbranche ist mit der Bankenbranche uneins: Die Banken sind der Ansicht, dass Krypto-Unternehmen keinen direkten Zugang zum Zahlungssystem der Federal Reserve haben sollten. Die Colorado Bankers Association warnt sogar, dass solche Konten Betrug und schnelle Betrügereien erleichtern könnten.
Die Gouverneurin der Federal Reserve, Michelle Bowman, sagte bei einer Anhörung im Bankenausschuss des Senats, dass die Fed mit anderen Aufsichtsbehörden zusammenarbeite, um Vorschriften zu den Kapital- und Liquiditätsanforderungen für Stablecoin-Emittenten (einschließlich des GENIUS-Gesetzes) zu entwickeln. Dabei soll auch klar geregelt werden, welche digitalen Vermögenswerte erlaubt sind, und die Fed ist bereit, regulatorisches Feedback zu neuen Anwendungsfällen zu geben. Der regulatorische Rahmen für Krypto-Unternehmen, die in das US-Bankensystem eintreten wollen, nimmt allmählich Gestalt an, doch es wird noch einige Zeit dauern, bis die endgültigen Regeln umgesetzt sind.
Die OCC erlaubt nationalen Treuhandbanken, auch nicht-treuhänderische Aktivitäten durchzuführen, einschließlich nicht-treuhänderischer Verwahrungsdienste. Damit kann Ripple, das eine bedingte Genehmigung erhalten hat, Kunden-Kryptovermögenswerte im Rahmen eines regulatorischen Rahmens halten und verwalten, ohne die traditionellen treuhänderischen Pflichten zu übernehmen. Dies schafft eine klare rechtliche Grundlage für Ripple, um in das US-Bankensystem einzutreten und seine institutionellen Verwahrungsdienste auszubauen.
Circle, Paxos und Crypto.com haben ebenfalls eine bedingte Genehmigung für eine Lizenz der OCC National Trust Bank erhalten. Sie profitieren von dieser regulatorischen Änderung gemeinsam mit Ripple, was die erste Stufe der Integration der Kryptowährungsbranche in das regulierte US-Bankensystem darstellt.
Beide Maßnahmen sind komplementäre Wege für Krypto-Unternehmen, in das US-Finanzsystem einzutreten. Die OCC-Regelung klärt die Geschäftsbereiche der Treuhandbanken, während das Masterkonten-Programm der Fed den direkten Zugang zu Zahlungssystemen ermöglicht. Allerdings stößt letzteres auf stärkeren Widerstand in der Bankenbranche und befindet sich noch in der Entwicklung.
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