Iranisches Außenministerium erklärt offiziell, dass der Hormuzstraße nicht blockiert wird, aber Schiffe der USA, Israels und anderer Aggressoren rechtlich abgefangen werden. Am selben Tag sagte US-Finanzminister Yellen, dass vorübergehende Preissteigerungen den Preis für langfristigen Frieden im Nahen Osten seien. Die Ölpreise stiegen um über 40 %, was die globale Inflationserwartung nach oben korrigierte. Bitcoin fiel unter 72.000 USD, und im Netzwerk wurden innerhalb von 24 Stunden Verluste von über 540 Millionen USD verzeichnet.
(Frühere Zusammenfassung: Zwei indische Öltanker passierten die Hormuzstraße; iranischer Außenminister: Nur US- und israelische Schiffe werden blockiert.)
(Hintergrund: Ist die Blockade der Hormuzstraße nur eine Show? Experten: Teheran wird zuerst bluten, Markt- und Wirtschaftsauswirkungen analysiert)
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Die Situation in der Hormuzstraße wurde am 22. März entscheidend festgelegt: Das iranische Außenministerium erklärte eindeutig, dass die Straße nicht „vollständig blockiert“ wird, sondern eine „selektive Durchfahrt“ gilt – Schiffe der USA, Israels und anderer Aggressoren werden rechtlich abgefangen; andere nicht-feindliche Schiffe dürfen, sofern sie die von Iran veröffentlichten Sicherheitsregeln einhalten und vorher koordinieren, weiterhin passieren.
Am selben Tag warf US-Finanzminister Yellen in einem NBC-Interview eine mathematische Aussage: „50 Tage Preissteigerung, im Austausch für 50 Jahre Frieden im Nahen Osten – ein Iran-Regime ohne Atomwaffen.“ Auf die Frage, ob dies bedeute, dass die Preise nach 50 Tagen wieder sinken, ergänzte Yellen schnell: „Ich nenne das nur ein Beispiel, es könnten 30 Tage, 100 Tage sein, ich weiß es nicht genau.“
Dieses Gespräch zeigt klar die aktuelle Politiklogik der US-Regierung: Die gegenwärtige Inflation wird als „strategische Investition“ statt als Fehler der Politik betrachtet.
Der Kern der Erklärung des iranischen Außenministeriums ist, eine dritte Option zwischen „Nichtblockade“ und „vollständiger Öffnung“ zu ziehen.
Die Erklärung betont, dass die Straße „nicht blockiert“ ist, und dass zwei indische Öltanker mit über 90.000 Tonnen verflüssigtem Erdgas erfolgreich durchgekommen sind. Indische Beamte bestätigten diese Nachricht. Gleichzeitig wurde jedoch klar ausgeschlossen, dass Schiffe, die die „nicht-feindliche Durchfahrt“ nicht erfüllen, passieren dürfen – namentlich US- und israelische Schiffe sowie „andere beteiligte Aggressoren“.
Diese Regeln ersetzen praktisch kommerzielle Standards durch politische Positionen und verändern die Durchfahrtsordnung des weltweit wichtigsten Ölkanals. Täglich passieren etwa 20 Millionen Barrel Öl die Hormuzstraße, ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung. Selbst ohne Blockade reicht die „selektive Abfangung“ bereits aus, um die Versicherungsprämien und die Kosten der Routen erheblich steigen zu lassen.
Der Markt hat diese Unsicherheit bereits eingepreist. Seit Beginn des Konflikts sind die Brent-Ölpreise um über 40 % gestiegen, über 105 USD pro Barrel. Die US-Benzinpreise sind seit Kriegsbeginn um fast 1 USD pro Gallone gestiegen, was direkt die Verbraucher belastet.
Die Federal Reserve reagiert ebenfalls deutlich: Die neueste Dot-Plot-Prognose hebt die Inflationsschätzung für 2026 von 2,4 % auf 2,7 % an und nennt die Ölpreisschocks durch die Hormuzstraße als direkten Treiber. Bei den Zinsprojektionen bleibt die Mitte der Erwartungen bei nur einer 25-Basispunkte-Senkung im Jahr, was konservativer ist als zuvor.
Yellens „50-Tage-Theorie“ widerspricht der Einschätzung der Fed: Das Finanzministerium tendiert dazu, die Inflation als „geo-politischen Vorteil“ zu sehen, während die Fed die Prognosen nach oben revidiert hat, ohne Anzeichen für eine beschleunigte Zinssenkung.
Risikoreiche Anlagen sind durch die doppelte Belastung aus geopolitischen Spannungen und Inflation stark unter Druck. Bitcoin fiel auf etwa 71.313 USD, ein Minus von 4,62 %. Ethereum sank auf 2.201 USD, minus 5,92 %. Innerhalb von 24 Stunden wurden im Netzwerk Verluste von 542 Millionen USD verzeichnet, wobei 448 Millionen USD auf Long-Positionen entfielen – über 80 %, was zeigt, dass der Markt zuvor viele Long-Positionen aufgebaut hatte, die bei den Nachrichten schnell liquidiert wurden.
Gleichzeitig kündigte Yellen an, vorübergehend Sanktionen gegen iranisches und russisches Öl, das bereits auf Schiffen geladen ist, auszusetzen, um kurzfristig den Markt zu stabilisieren. Ob diese Maßnahme die Ölpreise wirksam senken kann, ist derzeit unklar.
Yellens mathematische Überlegungen basieren auf einer ungenannten Annahme: Das iranische Regime wird kurzfristig nachgeben oder geschwächt, sodass die Inflation in absehbarer Zeit zurückgeht. Doch die Erklärung des iranischen Außenministeriums zeigt, dass Teheran derzeit auf „Nicht-Vollblockade, selektive Abfangung, Bedingungen setzen“ setzt – eine Strategie des langfristigen Verbrauchskriegs, kein Zeichen eines baldigen Zusammenbruchs.
Für den Krypto-Markt dominiert kurzfristig die Flucht in Sicherheit, doch wenn der Konflikt sich verlängert und die Fed weiterhin die Zinssenkungserwartungen dämpft, verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem Kapital wieder in Inflationsschutzinstrumente fließt. Analysten wie Arthur Hayes haben bereits angedeutet, dass der echte Einstieg in Bitcoin erst nach einer erzwungenen Wende der Fed zum Gelddrucken kommen könnte – und dieser Zeitpunkt liegt vielleicht nicht in „50 Tagen“.